Schlagwort: Webber

Noch 76 Tage – Und darum geht’s!

Wie bereits in anderen Beiträgen erwähnt, hatte es das Musical “Whistle down the Wind” von Andrew Lloyd Webber und Jim Steinman schwer, sein Publikum und seinen Weg auf eine deutsche Bühne zu finden. Das liegt, sicherlich nicht nur, aber auch an der etwas ungewöhnlichen Handlung des Stückes.

Basierend auf dem Film “Whistle down the Wind” (auf deutsch: “…Woher der Wind weht”) entwickelte Andrew Lloyd Webber gemeinsam mit Patricia Knop und Gale Edwards eine Bühnenfassung der Geschichte rund um die drei Geschwister Swallow, Brat und Poor Baby.

Die Handlung setzt Ende der 1950er Jahre in einem Dorf in Louisiana kurz vor Weihnachten ein. Ein entflohener Sträfling (“Der Mann”) wird von Swallow und ihren Geschwistern in der eigenen Scheune entdeckt und durch ein Missverständnis für Jesus Christus gehalten. Gemeinsam mit den anderen Kindern des Dorfes verstecken sie ihn dort vor den Erwachsenen, die alle Hebel in Bewegung setzen, um den Flüchtigen wieder dingfest zu machen.

Eingebettet in diese Rahmenhandlung rückt Swallow mit ihren Geschwistern und dem Vater in den Blickpunkt, die alle gemeinsam den Tod der Mutter zu verwinden suchen, welche ziemlich genau vor einem Jahr verstarb. Die Suche nach einer Antwort auf das “Warum?” lässt die Kinder intensiv die Nähe des vermeintlichen Heilands suchen, der mit seinen unkonventionellen Antworten nicht alle gleichermaßen erreicht.

Der Mann und sein Gleichnis

Swallow selbst befindet sich darüberhinaus auch in einer persönlichen Findungskrise auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Die Gefühle, die der Mann in ihr weckt, sind ihr vollkommen fremd und die zarten Annäherungsversuche ihres Freundes aus Kindertagen, Amos, weiß sie zunächst auch nicht einzuordnen. Dass Amos außerdem plant, mit seiner Freundin Candy die Gegend zu verlassen, entspannt die Situation auch nicht unbedingt und wer sind eigentlich diese Reisenden, die ein Erweckungstreffen in der Heiligen Nacht planen?

Swallow und Amos

Noch 94 Tage – Hinter den Kulissen

Einmal nicht hingeguckt und schon ist wieder ein Jahr vergangen. Die Zeit rennt und das in Richtung Musical Premiere. Wir hoffen ihr hattet ein schönes Silvester und startet genauso voller Tatendrang in das neue Jahr wie wir, denn die nächsten Proben stehen für uns schon an.

Aber einen kleinen Rückblick auf das Jahr 2018 geben wir euch trotzdem, denn wir sind pünktlich zum Jahresende mit einem großen Teil der Kulissen fertig geworden. Um euch einen Einblick in die Dimensionen zu geben, haben wir hier ein paar Zahlen und Fakten für Euch:

Bis jetzt sind etwa 400 Stunden Arbeit in die Kulissen geflossen. Diese setzten sich zusammen aus Planung, Einkäufen, dem eigentlichen Zusammenbauen und Kaffeepausen.

Das Bühnenbild besteht größtenteils aus flexiblen Elementen, welche verschiedene Hintergründe darstellen. Dafür verwendeten wir Holzplatten der Fläche einer typischen Studentenwohnung in Gießen, die wir mit Motivtapeten in die passenden Orte verwandelt haben. Holzlatten der Seitenlänge eines Fußballfeldes wurden für die Grundgerüste zurecht geschnitten und mit etwa 700 Schrauben, Scharnieren und Winkeln befestigt.

Nicht nur über die Materialien sondern auch über die Helfer lässt sich etwas schreiben. Wir sind bisher 23 mal zwischen Baumärkten und Schule hin und her gependelt und haben dabei eine Strecke zurückgelegt, welche so lang ist, wie die halbe Höhe der Umlaufbahn der ISS. Für die Verpflegung kam acht mal unser Pizzalieferdienst des Vertrauens, lies mindestens 31 Pizzen (ein anderer Beitrag wird sich noch ausführlich mit der Ernährung beschäftigen) da und dabei wurden etwa 80 Liter Kaffee getrunken. Vielen Dank an alle Helfer!

Noch 96 Tage – Die Qual der Wahl I

Die schwierigste Aufgabe vor Beginn eines solchen Projektes ist die Wahl des “richtigen” Musicals. Dabei müssen viele unterschiedliche Anforderungen und Interessen beachtet und zusammengeführt werden, die sich selten vollständig und zufriedenstellend für alle Beteiligten “unter einen Hut” bringen lassen.

Die größte Unbekannte ist dabei der zukünftige Cast. Zum Zeitpunkt der Stückauswahl hat man nur eine ungefähre Vorstellung davon, wer ein Jahr (oder im aktuellen Fall 1,5 Jahre) später auf der Bühne stehen könnte. Erfahrungsgemäß gibt es mehr singende Mädchen als Jungen, sodass es bei der Rollenverteilung wünschenswert ist, mehr weibliche als männliche Rollen im Stück zu haben. Das ist allerdings bei den wenigsten Musicals der Fall und so muss man froh sein, wenn alle männlichen Protagonisten besetzt werden können, und muss die Frauen in der Regel doppelt besetzen.

Ähnlich verhält es sich mit der Band-/Orchesterbesetzung, denn auch hier weiß man nicht genau, welche Musiker und Instrumente einem zur Verfügung stehen werden. Allerdings lässt sich hier die Problematik ein wenig entschärfen, da wir – im Gegensatz zu den Darstellenden auf der Bühne – auch externe Instrumentalisten hinzunehmen. So lassen sich vielfältigere Orchestrierungen realisieren, auch wenn Stücke mit voller Streicherbesetzung oder übermäßig viel Blech weiterhin kaum möglich sind.

Unabhängig von den möglichen Mitwirkenden ist eine gewisse Bekanntheit des Stückes von großem Vorteil. So haben die Aufführenden größeren Spaß daran, ein Stück zu erarbeiten, was sie vielleicht schon mal gesehen haben und können sich Dank unterschiedlicher Aufnahmen leichter auf ihre Rollen vorbereiten. Das Publikum hingegen weiß, was es erwartet, und kommt so zahlreicher als bei einem eher unbekannten Titel. Und da liegt ein großes Problem: die “großen” bzw. erfolgreichen und bekannten Musicals dürfen von Amateurgruppen (und meist auch von anderen professionellen Bühnen) nicht aufgeführt werden, da die Rechte exklusiv bei Stage Entertainment oder anderen Musical-Firmen liegen. “König der Löwen”, “Mamma Mia” oder “Tanz der Vampire” fallen so von vornherein raus. Und die großen Musicals, für die man die Rechte bekommen könnte, scheitern an den Kriterien für die Mitwirkenden. Auch wenn die Rechte für z.B. “Cats”, “Phantom der Oper” oder “Sunset Boulevard” von Amateurgruppen erhältlich sind, so kann man sich dennoch beim Blick auf die Voraussetzungen gut vorstellen, wie unrealistisch ein solches Projekt wäre. 

In Teil II von “Die Qual der Wahl” werden weitere Überlegungen zur Stückauswahl offengelegt sowie die konkreten Entscheidungsfindungen der Vergangenheit erläutert.


Noch 100 Tage – Der Countdown beginnt

Noch 100 Tage – Nach dem Weihnachtsfest ist vor der Premiere, besonders bei einem Stück, welches zur Weihnachtszeit spielt. Nach der ersten großen Probe mit Ensemble und Orchester zusammen befinden wir uns gerade in einer wohlverdienten Probenpause. Trotzdem wird hinter den Kulissen weiterhin gearbeitet. Die technische Planung sowie die Planung des Bühnenbildes und diverser Kulissen sind zwar schon sehr weit vorangeschritten, warten aber noch sehnsüchtig auf die finale Umsetzung. Dafür muss viel tapeziert, gehämmert und gebohrt werden, um die Bühne entsprechend der Szene in verschiedene Orte zu verwandeln.


Die erste Leseprobe

Im neuen Jahr geht es dann in die heiße Phase. Um das Musical rechtzeitig auf die Bühne zu bringen, wartet noch eine Menge Arbeit auf das Ensemble, das Orchester, die Technik und alle weiteren Beteiligten. Und die Halle muss rechtzeitig fertig werden.




Damit Ihr einen Überblick über alle Mitwirkenden und deren Arbeiten, die sich im Rahmen des Musicals anbahnen, bekommt, werden wir Euch täglich Beiträge und Informationen zum Musical liefern.