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Noch 31 Tage – Das Ensemble

In den letzten Tagen und Wochen wurden hier ziemlich viele Menschen vorgestellt, die auf oder hinter der Bühne bei “Whistle down the Wind” aktiv sind. Eine große Personengruppe wurde allerdings bis jetzt nicht explizit erwähnt, obwohl sie zahlenmäßig ziemlich groß und für die Aufführungen des Stücks unheimlich wichtig ist: das Ensemble.

Das Ensemble zu Beginn der Probenarbeit (=Eröffnungsszene).

Bei bisherigen Aufführungen der LLG-Musical-Company war es stets unser Bestreben, überwiegend aktuelle Schülerinnen und Schüler der Schule auf die Bühne zu bringen. Als wir uns im September 2016 mit “Natürlich Blond” vorerst von der großen Bühne verabschiedeten, formulierten wir den Vorsatz, 2018 mit einem komplett neuen Cast auf die Bühne zurückzukehren. Das hat nur fast funktioniert.

Das Ensemble lernt singen.

Zunächst wurde aus Herbst 2018 Frühjahr 2019 und mit dieser Terminverschiebung wurde aus manchen aktuellen SuS ehemalige SuS und einige andere gingen durch Studienbeginn oder Auslandsjahr der Produktion gänzlich verloren. Erschwerend hinzu kam, dass die aktuellen Jahrgangsstufen Q2 und Q4 recht kleine Jahrgänge sind und uns eine E-Stufe durch die Umstellung von G8 auf G9 komplett fehlt. Und so mussten wir uns schweren Herzens von unserem Vorsatz verabschieden und doch Ehemalige aus der “Natürlich Blond”-Zeit reaktivieren. Unser 18köpfiges Ensemble setzt sich so etwa hälftig aus aktuellen und ehemaligen SuS unserer Schule zusammen. Das Verhältnis männlich – weiblich beträgt 2 zu 16 (wer also als Schüler schon immer tolle Mitschülerinnen kennen lernen wollte, weiß also, was er demnächst zu tun hat) und die Altersspanne liegt zwischen 15 und 23 Jahren. Der Altersdurchschnitt des Ensembles liegt zum Zeitpunkt der Aufführungen bei 19,3 Jahren. Mehr interessante Fakten und Zahlen wird es in einem gesonderten Blog-Beitrag geben.

Das Ensemble versucht zu tanzen.

Die Rolle des Ensembles in “Whistle down the Wind” besteht in der Verkörperung der Dorfbevölkerung, welche mit vereinten Kräften nach dem flüchtigen Sträfling sucht und dabei zunächst nicht bemerkt, dass dieser von ihren eigenen Kindern in einer nahegelegenen Scheune versteckt wird. Dabei muss das Ensemble auf der einen Seite die webberschen Chorsätze singen (und die sind z.T. leider gar nicht so einfach, wie man das gerne hätte) und auf der anderen Seite in zwei großen Ensembleszenen auch das Tanzbein schwingen. Wie viel Arbeit dann in einer solchen Szene steckt, kann letztlich nur erahnen, wer schon mal bei einem solchen Projekt mitgewirkt hat. Das Publikum hingegen darf sich einfach zurücklehnen und das Dargebotene genießen und sich an ihm erfreuen.

Noch 85 Tage – Die Lichttechnik

Die Lichttechnik ist eine wichtige Abteilung für die Umsetzung des Stückes. Die Hauptaufgabe besteht darin, die passende Umgebung für die Szene zu schaffen, die Blicke der Zuschauer auf bestimmte Punkte zu lenken und dafür zu sorgen, dass die Darsteller nicht im Dunkeln stehen.

Die Arbeit fängt damit an, zusammen mit der Regie das Textbuch oder den Klavierauszug des Stückes durchzugehen und dabei Anforderungen an die Lichtstimmungen für alle Szenen herauszuarbeiten, wobei die Regie uns beim Design viele Freiheiten gelassen hat (bei vergangenen Musicals arbeitete der Regisseur das Lichtdesign noch selbst aus).

Wenn das geschehen ist, können erste Entwürfe angefertigt werden, welche Scheinwerfer wo positioniert werden um das geplante Ziel zu erreichen. Wichtig ist hierbei auch, dass Videotechnik und Bühnenbild in die Planung mit einbezogen werden.

Sobald der Aufbauplan ausgereift ist, kann damit zum Technik-Vermieter gegangen werden, um abzuklären, was davon alles machbar ist und wie viel es kostet. Häufig müssen an dieser Stelle leider einige Ideen geändert werden, da diese zu teuer sind, allerdings gestaltet es sich daher auch als spannende Herausforderung, möglichst kosteneffizient ein flexibles Design zu erarbeiten.

Sobald das Angebot grob stimmt, kann mit der Vorprogrammierung angefangen werden. Wie im Beitrag zur 3D-Planung bereits erwähnt, bauen wir die Bühne dreidimensional am Computer nach und können darin bereits das Licht vorprogrammieren, was uns die Arbeit später vor Ort deutlich vereinfacht und uns hoffentlich einige lange Programmiernächte (wie bei “Natürlich Blond”) erspart.

Wir sind inzwischen am Punkt der Vorprogrammierung angekommen und haben bereits ein fertiges Design erarbeitet, was größtenteils auch schon mit der Firma “CB Akustik” ausgearbeitet ist.

Eingesetzt wird sehr unterschiedliches Licht: Es kommen einfarbig weiße Scheinwerfer für die Grundbeleuchtung, mehrfarbige Scheinwerfer für diverse Effekte bis hin zu motorisiert bewegten Scheinwerfern für Spezialeffekte und Beleuchtung von einzelnen Positionen zum Einsatz.

Besonders ist dieses Jahr, dass ein Großteil der ausgewählten Scheinwerfer mit LED Leuchtmitteln arbeitet und wir damit teilweise pro Scheinwerfer 90% weniger Strom verbrauchen als bisher.

Inzwischen wird fleißig mit dem neuen Lichtpult vorprogrammiert, aber es wird noch einige Abende den Programmierern Kaffee die Kehle herunter laufen, bis das Stück komplett fertig programmiert ist. Wir sind gespannt, wie unser Konzept am Ende in echt aussieht und das Licht das Szenenbild und die Stimmung unterstützt.

Noch 90 Tage – Aller Anfang ist schwer

“Aller Anfang ist schwer”. Dieser Spruch trifft auf diese Musicalproduktion sehr passend zu, denn im Vergleich zu den drei vorherigen Musicals sind alle großen Rollen mit einer Ausnahme (Artikel hierzu folgt) mit einer neuen Generation an Darstellern besetzt, welche aktuell den Alltag einer Musicalproduktion kennen lernen und teilweise an der Premiere von Whistle down the Wind ihr Musicaldebüt geben werden.

Auch ich werde mein Debüt in knapp drei Monaten geben und darf darüber jetzt einen Artikel schreiben, wie es ist, ohne große Vorkenntnisse bei Whistle down the Wind eine der großen Rollen zu spielen. Ich kam erst zur Oberstufe auf das Landgraf-Ludwigs Gymnasium und verpasste dementsprechend vorherige Musicalprojekte, rutschte aber in den Musikfachbereich und lernte dadurch meine Leidenschaft fürs Musical kennen.

Obwohl ich schon Erfahrung damit habe, auf Bühnen vor Publikum zu stehen und zu singen, ist ein Musical schon anders. Gerade ohne Theatererfahrung brauchte ich Zeit, um meine Rolle kennen zu lernen und so wie diese auf Knopfdruck in den Proben zu agieren. Zeit ist dabei ein gutes Stichwort, denn mit jeder Probe wuchs ich mehr in meine Rolle hinein und man lernte die anderen Darsteller besser kennen und so fiel es leichter, Gefühle und Beziehungen der verschiedenen Musicalrollen untereinander darzustellen.

Auch die Kombination aus Singen, Schauspielern und Tanzen machte mir anfangs zu schaffen. Oftmals kam es vor (teilweise immer noch), dass ich mich selbst durcheinander brachte. Man konzentrierte sich zu sehr auf seine Töne im Lied und vermasselte Bewegungen im Timing oder vergaß sie komplett. Aber das Proben hilft. Lieder werden Stück für Stück im Vocal Coaching erarbeitet (Artikel hierzu folgt auch), Abläufe in den Szenen laufen durch viele Wiederholungen fast automatisch ab und mit jeder Tanzprobe kommt man dem gewünschten Ergebnis immer näher.

Das Ergebnis seht ihr dann ab dem 5. April diesen Jahres…

Noch 91 Tage – Die Qual der Wahl II

Wir fassen zusammen:
Gesucht wird ein Musical mit mehr Frauen- als Männerrollen, einem überschaubaren Orchester und einer gewissen Bekanntheit, für welches die Rechte für Amateure in Deutschland verfügbar sind.
Wie findet man aber heraus, welche Stücke man spielen darf?

In Deutschland gibt es ein paar große Verlage, die Musicals in ihrem Repertoire haben. Unsere bisherigen Stücke (“Fame“, “Jekyll und Hyde” und “Natürlich Blond“) sind alle im Katalog von Musik&Bühne zu finden. “Whistle down the Wind” übrigens auch. Daneben sind Galissas und die Felix Bloch Erben ein guter Ansprechpartner, aber es gibt natürlich noch weitere Anbieter.

Man kann es erahnen, so richtig viele Musicals gibt es nicht, die diesen Kriterien entsprechen und es kommt ein weitere Faktor hinzu, der vielleicht so ehrlich selten angesprochen wird. Wir haben im näheren Umkreis von Gießen drei weitere ambitionierte Amateuergruppen und zwei weitere semiprofessionelle Musicalgruppen, die auf der Suche nach ähnlichen Werken sind. Zumindest Stückdopplungen und Terminkollisionen mit der Musicalgruppe der Goetheschule Wetzlar (aktuelle Produktion: Joseph and the amazing technicolor dreamcoat, Juni 2019), Musical und Kultur Gießen e.V. (früher Herderschule, aktuelle Produktion: All Shook Up, Februar 2019) und dem Musicalchor der evangelischen Kirchengemeinde Treis (aktuelle Produktion: Becky Sharp – Aufstieg einer Mörderin, Oktober 2019) versuchen wir zu vermeiden.

Wenn auch das berücksichtig wurde und man ein paar mögliche Stücke ins Auge gefasst hat, kann man sich Ansichtsmaterial von den Verlagen (meist Textbuch und Klavierauszug) schicken lassen, um das Musical im Detail durchzugehen und auf Singbarkeit für unsere Darstellenden zu überprüfen. Leider gibt es keine Leihpartituren, sodass man auch schon mal zum Verlag fahren muss, um Einsicht in die einzelnen Orchesterstimmen zu nehmen, denn auch diese müssen ja für unsere Musiker spielbar sein.

Wie letztlich die endgültige Entscheidung fällt, kann man gar nicht pauschal sagen. Bei “Fame” waren sich alle einig, dass es das ideale Einstiegsmusical ist, “Jekyll und Hyde” wollte der Regisseur (Martin Spahr) unbedingt machen und “Natürlich Blond” war auf einmal verfügbar und überzeugte vor allem den musikalischen Leiter. Für “Whistle down the Wind” waren letztlich sehr persönliche Gründe ausschlaggebend für die Auswahl, die entweder zu einem späteren Zeitpunkt hier im Blog, allerspätestens aber im Programmheft erläutert werden.

Noch 94 Tage – Hinter den Kulissen

Einmal nicht hingeguckt und schon ist wieder ein Jahr vergangen. Die Zeit rennt und das in Richtung Musical Premiere. Wir hoffen ihr hattet ein schönes Silvester und startet genauso voller Tatendrang in das neue Jahr wie wir, denn die nächsten Proben stehen für uns schon an.

Aber einen kleinen Rückblick auf das Jahr 2018 geben wir euch trotzdem, denn wir sind pünktlich zum Jahresende mit einem großen Teil der Kulissen fertig geworden. Um euch einen Einblick in die Dimensionen zu geben, haben wir hier ein paar Zahlen und Fakten für Euch:

Bis jetzt sind etwa 400 Stunden Arbeit in die Kulissen geflossen. Diese setzten sich zusammen aus Planung, Einkäufen, dem eigentlichen Zusammenbauen und Kaffeepausen.

Das Bühnenbild besteht größtenteils aus flexiblen Elementen, welche verschiedene Hintergründe darstellen. Dafür verwendeten wir Holzplatten der Fläche einer typischen Studentenwohnung in Gießen, die wir mit Motivtapeten in die passenden Orte verwandelt haben. Holzlatten der Seitenlänge eines Fußballfeldes wurden für die Grundgerüste zurecht geschnitten und mit etwa 700 Schrauben, Scharnieren und Winkeln befestigt.

Nicht nur über die Materialien sondern auch über die Helfer lässt sich etwas schreiben. Wir sind bisher 23 mal zwischen Baumärkten und Schule hin und her gependelt und haben dabei eine Strecke zurückgelegt, welche so lang ist, wie die halbe Höhe der Umlaufbahn der ISS. Für die Verpflegung kam acht mal unser Pizzalieferdienst des Vertrauens, lies mindestens 31 Pizzen (ein anderer Beitrag wird sich noch ausführlich mit der Ernährung beschäftigen) da und dabei wurden etwa 80 Liter Kaffee getrunken. Vielen Dank an alle Helfer!

Noch 96 Tage – Die Qual der Wahl I

Die schwierigste Aufgabe vor Beginn eines solchen Projektes ist die Wahl des “richtigen” Musicals. Dabei müssen viele unterschiedliche Anforderungen und Interessen beachtet und zusammengeführt werden, die sich selten vollständig und zufriedenstellend für alle Beteiligten “unter einen Hut” bringen lassen.

Die größte Unbekannte ist dabei der zukünftige Cast. Zum Zeitpunkt der Stückauswahl hat man nur eine ungefähre Vorstellung davon, wer ein Jahr (oder im aktuellen Fall 1,5 Jahre) später auf der Bühne stehen könnte. Erfahrungsgemäß gibt es mehr singende Mädchen als Jungen, sodass es bei der Rollenverteilung wünschenswert ist, mehr weibliche als männliche Rollen im Stück zu haben. Das ist allerdings bei den wenigsten Musicals der Fall und so muss man froh sein, wenn alle männlichen Protagonisten besetzt werden können, und muss die Frauen in der Regel doppelt besetzen.

Ähnlich verhält es sich mit der Band-/Orchesterbesetzung, denn auch hier weiß man nicht genau, welche Musiker und Instrumente einem zur Verfügung stehen werden. Allerdings lässt sich hier die Problematik ein wenig entschärfen, da wir – im Gegensatz zu den Darstellenden auf der Bühne – auch externe Instrumentalisten hinzunehmen. So lassen sich vielfältigere Orchestrierungen realisieren, auch wenn Stücke mit voller Streicherbesetzung oder übermäßig viel Blech weiterhin kaum möglich sind.

Unabhängig von den möglichen Mitwirkenden ist eine gewisse Bekanntheit des Stückes von großem Vorteil. So haben die Aufführenden größeren Spaß daran, ein Stück zu erarbeiten, was sie vielleicht schon mal gesehen haben und können sich Dank unterschiedlicher Aufnahmen leichter auf ihre Rollen vorbereiten. Das Publikum hingegen weiß, was es erwartet, und kommt so zahlreicher als bei einem eher unbekannten Titel. Und da liegt ein großes Problem: die “großen” bzw. erfolgreichen und bekannten Musicals dürfen von Amateurgruppen (und meist auch von anderen professionellen Bühnen) nicht aufgeführt werden, da die Rechte exklusiv bei Stage Entertainment oder anderen Musical-Firmen liegen. “König der Löwen”, “Mamma Mia” oder “Tanz der Vampire” fallen so von vornherein raus. Und die großen Musicals, für die man die Rechte bekommen könnte, scheitern an den Kriterien für die Mitwirkenden. Auch wenn die Rechte für z.B. “Cats”, “Phantom der Oper” oder “Sunset Boulevard” von Amateurgruppen erhältlich sind, so kann man sich dennoch beim Blick auf die Voraussetzungen gut vorstellen, wie unrealistisch ein solches Projekt wäre. 

In Teil II von “Die Qual der Wahl” werden weitere Überlegungen zur Stückauswahl offengelegt sowie die konkreten Entscheidungsfindungen der Vergangenheit erläutert.


Noch 100 Tage – Der Countdown beginnt

Noch 100 Tage – Nach dem Weihnachtsfest ist vor der Premiere, besonders bei einem Stück, welches zur Weihnachtszeit spielt. Nach der ersten großen Probe mit Ensemble und Orchester zusammen befinden wir uns gerade in einer wohlverdienten Probenpause. Trotzdem wird hinter den Kulissen weiterhin gearbeitet. Die technische Planung sowie die Planung des Bühnenbildes und diverser Kulissen sind zwar schon sehr weit vorangeschritten, warten aber noch sehnsüchtig auf die finale Umsetzung. Dafür muss viel tapeziert, gehämmert und gebohrt werden, um die Bühne entsprechend der Szene in verschiedene Orte zu verwandeln.


Die erste Leseprobe

Im neuen Jahr geht es dann in die heiße Phase. Um das Musical rechtzeitig auf die Bühne zu bringen, wartet noch eine Menge Arbeit auf das Ensemble, das Orchester, die Technik und alle weiteren Beteiligten. Und die Halle muss rechtzeitig fertig werden.




Damit Ihr einen Überblick über alle Mitwirkenden und deren Arbeiten, die sich im Rahmen des Musicals anbahnen, bekommt, werden wir Euch täglich Beiträge und Informationen zum Musical liefern.