Keyboardprogrammierung? Was ist das und wozu braucht man das?

Diese Frage kann hoffentlich mit diesem Beitrag der Kategorie “Komplexe Technik – leicht erklärt” beantwortet werden.

Keyboarder und Techniker im Einsatz beim Programmieren von drei Kronos und dem Xylosynth

Viele Musicals beinhalten oftmals umfangreiche Arrangements für viele Instrumente, für die sich im Schulumfeld aber oftmals niemand findet, der sie spielen kann, welche zu groß für den Orchestergraben sind (umfangreiche Percussionssets, Kirchenorgeln …) oder welche einfach zu teuer sind, um sie für wenige Takte zu kaufen oder zu leihen.

Entsprechend gibt es bei manchen Musicals bereits vom Verlag verschiedene Orchesterbesetzungen, zwischen denen man wählen kann. Zusätzlich werden aber auch häufig viele Instrumente in Keyboardstimmen ausgelagert, was z.B. bei “Whistle down the Wind” in drei Keyboards resultiert. Dabei spielt das erste Keyboard hauptsächlich Klaviersounds, das zweite und dritte hingegen spielen von Orgel über Triangeln bis hin zu Streichern und Mundharmonika nahezu alles. Oft kommt es auch vor, dass ein Keyboard auf verschiedenen Klaviaturbereichen unterschiedliche Sounds gleichzeitig spielt.

Da für Keyboard II und Keyboard III jeweils mehrere hundert verschiedene Klänge benötigt werden, müssen diese entsprechend einprogrammiert werden. Dazu wurde vor kurzem in eine “Korg Kronos 88” Keyboard Workstation investiert. Das ist im Wesentlichen ein Keyboard mit integriertem Computer und nahezu unendlich vielen kombinierbaren Sounds. Dieser und zwei Weitere (von Keyboardern geliehene) werden unter Anderem heute vorprogrammiert. Dabei werden passende Sounds ausgewählt, angepasst und zusammengestellt, um diese danach aneinanderzureihen (in eine Setlist hinzuzufügen).

Drei “Korg Kronos” im Einsatz bei “Jekyll and Hyde”

Später können die Keyboarder dann live bequem über einen Fußschalter oder den Touchscreen des Keyboards durch die Sounds schalten und spielen immer zur richtigen Zeit den richtigen Sound.

Neben Keyboards kommt es zusätzlich noch dazu, dass weitere virtuelle Instrumente programmiert werden müssen. Unter Anderem besitzt die LLG Musical Company ein digitales Saxophon (Roland AE-10G Aerophone) womit nicht nur diverse Bläserklänge sehr realistisch klingend gespielt werden können, sondern auch Streicher oder beliebige andere Instrumente gut klingend gespielt werden können. Zusätzlich besitzen wir noch ein “Xylosynth”, ein digitales Xylophon, welches wir z.B. für virtuelle Pauken nutzen, wenn unsere echten Pauken zu groß sind und ein Roland E-Drum Set, um hochwertige virtuelle Drumsounds zu spielen.

Der Xylosynth (ersetzt häufig die im Hintergrund stehenden Pauken)