Das Musical “Whistle down the Wind” ist das 12. Stück, das von Andrew Lloyd Webber für die Bühne komponiert wurde. Es folgte damit auf “Sunset Boulevard”, welches im Jahre 1993 Premiere hatte und das vermutlich letzte “große und erfolgreiche” Musical des Komponisten darstellt.

Die Handlung basiert, wie auch schon bei “Sunset Boulevard”, auf einer Filmvorlage, die in Deutschland allerdings weitgehend unbekannt ist. Als Textschreiber wurde mit Jim Steinman allerdings jemand verpflichtet, der vor allem als Komponist und Produzent von u.a. Meat Loaf und Bonnie Tyler bereits einen großen Namen hatte. Spätestens mit dem Musical “Tanz der Vampire”, welches auf Songs von Steinman basiert, wurde er ab den späten 90ern auch dem geneigten Musical-Fan im deutschsprachigen Raum zu einem Begriff.

Anders als die meisten anderen Webber-Musicals wurde “Whistle down the Wind” weder in London noch in New York uraufgeführt. Die Premiere fand am 12. Dezember 1996 in Washington, D.C. statt und war als Testlauf für eine Broadway-Produktion gedacht. Da das Stück aber bei Publikum und Presse gleichermaßen durchfiel, wurde auf weitere Aufführungen verzichtet.

Doch Webber und Steinman glaubten an das Potential ihrer Zusammenarbeit und veröffentlichten 1998 ein Konzeptalbum, auf dem namhafte Sängerinnen und Sänger (u.a. natürlich Bonnie Tyler und Meat Loaf) Songs aus dem Musical interpretierten. Der Song “No matter what” von Boyzone wurde zum erfolgreichsten Musical-Hit aller Zeiten und beschließt im Stück den ersten Akt. Inspiriert vom Erfolg des Albums folgte am 1. Juli 1998 die West End Premiere, die es durch einen neuen Regisseur und einen “düstereren” Ansatz auf respektable 1044 Aufführungen (zum Vergleich: “Cats” brachte es in London auf 8949 Aufführungen) brachte. Eine Cast-Aufnahme zu der Produktion erschien 1999 und ist weitgehend mit der von uns gespielten Fassung identisch. Ebenfalls übereinstimmend sind die Orchestrierungen (bis auf ein paar zusätzliche Musiker bei der Aufnahme) von David Cullen (u.a. auch “Das Phantom der Oper” und “Aspects of Love”) und Andrew Lloyd Webber.

Nach dem West End Erfolg gab es noch Tournee-Produktionen durch England und die USA, sowie ein West End Revival 2006. Seitdem stehen die Aufführungsrechte in England und den USA auch für Amateure zur Verfügung, auf eine deutschsprachige Fassung musste man allerdings lange warten. Die deutsche Übersetzung von Nina Schneider gibt es seit Sommer 2017 und wurde im Mai 2018 in Wiener Neustadt, Österreich uraufgeführt. Die gleiche Übersetzung wird auch bei unseren Aufführungen im April zu hören sein.