Was macht eigentlich die Tontechnik?

Vielleicht liegen Teile der Antwort schon auf der Hand, allerdings macht die Tontechnik vermutlich Einiges, was nicht jedem bekannt sein sollte.

Grundsätzlich ist das Ziel der Tontechnik, dem Publikum die Sänger und das Orchester gut klingend zu übertragen. Allerdings erfordert dies Einiges an Vorbereitungen und technischen Zusätzen.

Die Mikrofonierung

Es müssen bei Whistle down the Wind über 20 Solisten mit drahtlosen, möglichst wenig sichtbaren Mikrofonen ohne Verzögerung zum Tonpult übertragen werden, was immer eine kleine Herausforderung darstellt, da wir nur 12 Funksender (und Empfänger) für Mikrofone besitzen und nur zwei weitere mieten werden.
Die Lösung: Die Darsteller tauschen ihre Sender, je nachdem wer in der Szene grade etwas zu sagen oder zu singen hat. Damit die Tontechniker aber noch wissen, welcher Darsteller gerade welchen Sender hat, muss dies vorher genau geplant und festgehalten werden. Nur für die Aufgabe des Sender-Tauschens sind immer bis zu zwei Techniker während der gesamten Aufführung im Backstagebereich beschäftigt. Diese beiden Techniker kleben auch allen Darstellern spezielle, hautfarbene Mikrofone an, welche, vom Zuschauerraum betrachtet, recht unauffällig sind. Allerdings ist es auch eine Kunst, diese so anzukleben, dass es gleichzeitig gut hält, den idealen Klang aufnimmt und nicht zu viel Atemgeräusche einfängt.

Die schuleigenen Empfänger der Mikrofon-Funkstrecken

Auch das Orchester benötigt eine umfangreiche Mikrofonierung, damit alles entsprechend abgemischt werden kann und beim Zuschauer ankommt. Dafür wurde bereits eine Sitzprobe mit Orchester voll mikrofoniert, um unter anderem zu testen, welche Mikrofone wofür am besten genutzt werden und mit welcher Positionierung der beste Klang erreicht wird.

Insgesamt kommen wir damit auf 26 Orchestermikrofone und besagte 14 Funksender. Zusätzlich landen im Tonpult später aber noch diverse weitere Eingänge für eingespielte Sounds, Kommunikation zwischen Technik, Dirigenten und Backstage etc.

Die Kisten mit Mikrofonen und Mikrofonsendern

Die Vorbereitung

Die mikrofonierte Sitzprobe hatte auch den Zweck, dass die gesamte Aufführung mit sämtlichen Mikrofonen bereits einmal aufgezeichnet werden konnte, damit die Tontechnik in der Zeit bis zu den Aufführungen bereits mit dieser Aufnahme das Abmischen des Musicals vorbereiten kann und im Tonpult alles vorbereiten kann.
Für jede Musiknummer wurde eine genaue klangliche Vorstellung ausgearbeitet, welche im Tonpult mit Hilfe der Aufnahmen einprogrammiert werden können, um bei der Aufführung später den idealen Mix für jede Nummer per Knopfdruck abrufen zu können.
Auch wurde in einen Klavierauszug jedes noch so kleine, für die Tontechnik relevante Detail, vom Solo über dynamische Änderungen bis hin zu Texteinsätzen von Darstellern eingetragen.

Die Beschallung

Auch die Beschallung muss vorher geplant werden, damit später an jedem Sitzplatz ein guter Klang ankommt. Diesbezüglich konnte zur Berechnung der Schallabdeckung die 3D-Planung genutzt werden. Wir werden zur Hauptbeschallung ein von uns angeschafftes Beschallungssystem nutzen, welches erstmalig bei Natürlich Blond mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen eingesetzt wurde.
Neben den Zuschauern müssen aber auch die Darsteller etwas hören, um passend zur Musik zu singen. Entsprechend gibt es auch auf der Bühne versteckt Lautsprecher, welche die Darsteller beschallen.
Das Orchester nutzt Kopfhörer, um auf Instrumentengruppen zugeschnittene Abmischungen direkt zu hören.

Live

Live hat die Tontechnik hauptsächlich die Aufgabe, die vorprogrammierten Musiknummern im Tonpult zur richtigen Zeit aufzurufen und nachzujustieren. Zusätzlich müssen aber auch die Mikrofone der Darsteller zur richtigen Zeit an- und ausgeschaltet werden, Instrumente müssen bei Solis angepasst werden oder die Gesamtlautstärke von Sängern und Orchester muss jeweils passend zur Szene variiert werden (z.B. wird bei sogenannten Underscores im Vordergrund geredet, während das Orchester leise im Hintergrund spielt).
Die Arbeit der Tontechniker fängt aber auch schon einige Stunden vor Beginn der Vorstellung an, da sämtliche Systeme hochgefahren werden müssen und vor allem Soundchecks für Sänger, Soundchecks für Orchester und gemeinsame Soundchecks durchgeführt werden müssen.

Das schuleigene Tonpult im Einsatz bei einer Schulveranstaltung