Wie bereits in anderen Beiträgen erwähnt, hatte es das Musical “Whistle down the Wind” von Andrew Lloyd Webber und Jim Steinman schwer, sein Publikum und seinen Weg auf eine deutsche Bühne zu finden. Das liegt, sicherlich nicht nur, aber auch an der etwas ungewöhnlichen Handlung des Stückes.

Basierend auf dem Film “Whistle down the Wind” (auf deutsch: “…Woher der Wind weht”) entwickelte Andrew Lloyd Webber gemeinsam mit Patricia Knop und Gale Edwards eine Bühnenfassung der Geschichte rund um die drei Geschwister Swallow, Brat und Poor Baby.

Die Handlung setzt Ende der 1950er Jahre in einem Dorf in Louisiana kurz vor Weihnachten ein. Ein entflohener Sträfling (“Der Mann”) wird von Swallow und ihren Geschwistern in der eigenen Scheune entdeckt und durch ein Missverständnis für Jesus Christus gehalten. Gemeinsam mit den anderen Kindern des Dorfes verstecken sie ihn dort vor den Erwachsenen, die alle Hebel in Bewegung setzen, um den Flüchtigen wieder dingfest zu machen.

Eingebettet in diese Rahmenhandlung rückt Swallow mit ihren Geschwistern und dem Vater in den Blickpunkt, die alle gemeinsam den Tod der Mutter zu verwinden suchen, welche ziemlich genau vor einem Jahr verstarb. Die Suche nach einer Antwort auf das “Warum?” lässt die Kinder intensiv die Nähe des vermeintlichen Heilands suchen, der mit seinen unkonventionellen Antworten nicht alle gleichermaßen erreicht.

Der Mann und sein Gleichnis

Swallow selbst befindet sich darüberhinaus auch in einer persönlichen Findungskrise auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Die Gefühle, die der Mann in ihr weckt, sind ihr vollkommen fremd und die zarten Annäherungsversuche ihres Freundes aus Kindertagen, Amos, weiß sie zunächst auch nicht einzuordnen. Dass Amos außerdem plant, mit seiner Freundin Candy die Gegend zu verlassen, entspannt die Situation auch nicht unbedingt und wer sind eigentlich diese Reisenden, die ein Erweckungstreffen in der Heiligen Nacht planen?

Swallow und Amos