Vor ein paar Tagen schrieb ich einen Beitrag zur bekanntmachenden Präsentation des Stückes, und dass ich diesen Tag als einen der spannendsten Termine einer Produktion empfinde. In chronologischer Reihenfolge kommt dieser Termin wohl als nächstes: das Casting.

War man bereits als Teilnehmender eines solchen Castings aufgeregt, so stelle man sich mal vor, wie aufgeregt die Leitungsebene erst ist: Das Stück ist bereits ausgesucht, die zur Verfügung stehenden Rollen sind klar und die Anforderungen an die einzelnen Gesangsparts stehen im Fokus – and here they come: die vielen Schülerinnen und Schüler, die sich um die Rollen bewerben. Werden wir für jede Rolle eine passende Kandidatin/einen passenden Kandidaten finden? Vielleicht auch zwei für eine Doppelbesetzung? Kann jede/jeder unserer guten Sängerinnen und Sänger in einer Rolle untergebracht werden? Haben wir unsere Ressourcen an Mitwirkenden richtig eingeschätzt? Wer hat sich verbessert, mit welcher Stimme haben wir überhaupt nicht gerechnet, welche Überraschung kommt als nächstes durch die Tür…?

War das jetzt gut?

Ein bisschen kitschig, aber mich als Mitglied des Casting-Teams fasziniert der Zauber dieses Tages. Die Enthüllung, ob unser Konzept überhaupt umsetzbar ist, und die Entwicklung einer Besetzung sind für mich wie der eigentliche Start der Produktion, auch wenn bis zum Casting bereits viele Arbeitsschritte erledigt wurden.

Die “Jury” – Herr A und die weibliche Produktionsleitung

Als Gecastete ist man natürlich mehr nervös als freudig aufgeregt. Ich erinnere mich an die quälenden Minuten kurz vor dem Moment, in dem ich als damals Teilnehmende die B-Aula betreten und mein Können beweisen musste. Damals hatte ich noch nicht verstanden, dass es nicht (nur) um das Können, sondern vor allem um das Potential geht. Beim Casting geht es nicht darum, am nächsten Tag auftreten zu können, sondern darum, dass Entwicklungspotential vorhanden ist (und das ist bei jedem vorhanden), ebenso wie die Bereitschaft, sich in das Team einzubringen und einzufügen und vor allem darum, dass das Castingteam spürt: “Da hat aber jemand richtig Bock!”

Wer sich alleine nicht traut, kommt eben zu zweit.

Deshalb hier mein Tipp für alle zukünftigen Casting-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer: Die Casting-Jury ist unglaublich froh darüber, dass ihr Euch bei uns meldet, also lasst Euch bei aller Nervosität nicht den Spaß am Singen nehmen! Wir freuen uns auf Euch!!!