Bei einem Musical werden viele verschiedene Arten von Scheinwerfern verwendet. Aber warum ist das so? Wieso reicht es nicht, einen Lichtschalter zu drücken und mit dem Licht zu arbeiten, was standardmäßig in der jeweiligen Aufführungsstätte gegeben ist? Um diese Fragen zu beantworten kommt heute ein weiterer Teil unserer beliebten Serie „Komplexe Technik einfach erklärt“. Um zu gewährleisten, dass dieser Blogbeitrag nicht nur von Lichttechnik-Profis verstanden wird, haben sich einige Lichttechniker mit einer der Öffentlichkeitsbeauftragten zusammengesetzt und versucht, dieser zu vermitteln, was die Unterschiede zwischen den Scheinwerferarten sind. Nach einigen – aus der Perspektive der Lichttechniker vermutlich dummen – Fragen, schrieb diese dann diesen Blogbeitrag.

Das grundlegende Ziel der Lichttechnik ist, dass das Publikum die gesamte Bühne und vor allem die Bewegungen der Darsteller und ihre Emotionen gut erkennen kann, um der Handlung folgen zu können. Diese Aufgabe erfüllen in der Regel konventionelle Scheinwerfer, sogenannte Fresnels. Diese verbrauchen normalerweise sehr viel Strom. Um Strom zu sparen wurden dieses Jahr vermehrt LED-Fresnels eingesetzt. Grundsätzlich gilt, dass für jede Position, die auf der Bühne bespielt werden soll, zwei Lampen eingeplant werden sollten, um Schatten in den Gesichtern der Darsteller zu vermeiden. So kann gewährleistet werden, dass das Publikum die Gesichtsausdrücke der Darsteller optimal sehen kann.

Links befindet sich ein Moving Head, in der Mitte ein Profil- und rechts ein Fresnel-Scheinwerfer.

Genau wie Fresnels werfen auch sogenannte Profiler ausschließlich weißes Licht. Sie werden verwendet, um eine enge Fläche zu beleuchten. Dies eignet sich besonders zur Abgrenzung der Bühne. Man unterscheidet zwischen drei Beleuchtungspositionen. Aufhell-Licht beleuchtet die Darsteller von vorne, während das Gassen-Licht eher seitlich aus den sogenannten Gassen geworfen wird. Bei uns werden diese durch acht Moltonbahnen geschaffen, die auf den Seiten der Bühne befestigt sind. Sie ermöglichen es, dass die Darsteller sich links und rechts auf der Bühne für ihre Auftritte bereitstellen können, ohne vom Publikum gesehen zu werden. Außerdem ist es dadurch möglich, Darsteller nicht nur von hinten, sondern auch von weiter vorne auftreten zu lassen. Das Ziel des Gassenlichts ist es, Konturen auf den Gesichtern der Darsteller zu schaffen und diese dadurch plastischer wirken zu lassen. Die letzte Beleuchtungsposition ist das Spitzlicht. Dieses wird von hinten und oben geworfen. Es betont die Konturen der Darsteller, sorgt für ausdrucksstärkere Bewegungen und unterstützt daher die Dramaturgie.

Hier ist ein PAR-Scheinwerfer zu sehen.

Außer LED-Fresnels verwenden wir auch LED-Fluter und LED-PARs. Während Fresnels ein schönes warm-weiß auf die Bühne werfen, ist das Licht von PARs und Flutern stark kalt-weiß und flächig. Außerdem bieten PARs und Fluter die Möglichkeit mit verschiedenen Farben zu arbeiten. Der Unterschied zwischen PARs (auch „Theaterkanne“ genannt) und Flutern ist, dass PARs meist ein rundes Gehäuse besitzen, das einem kleinen runden Eimer ähnelt, während das Gehäuse von Flutern eher eckig ist. Mit PARs beleuchtet man einen Bereich mit einem vergleichsweise kleineren Radius, während es mithilfe von Flutern möglich ist, einen noch großflächigeren Bereich zu erhellen.

Das ist ein LED-Fluter.

Die letzte Scheinwerfer-Art, die wir euch heute vorstellen wollen, sind die Movingheads. Wie es der Name schon sagt, ist ihre primäre Eigenschaft, dass sie sich bewegen können. Man unterscheidet zwischen zwei Bauarten: „Wash” und „Beam“. „Wash” bezeichnet großes, flächiges, drehbares Licht. Der „Beam” hat einen kleinen Lichtkegel, wodurch eher kleinere Flächen mit schärferen Kanten genau ausgeleuchtet werden können. Durch Mustereinsätze (sogenannte „Gobos“) ist es möglich, das Licht, das durch den Einsatz fällt, in mehrere Strahlen aufzustreuen. Dadurch ist es möglich, die Bühne voller wirken zu lassen, ohne mehr Scheinwerfer und Licht zu benötigen.