Ein weiterer (und möglicherweise der letzte) Beitrag der beliebten Serie “Komplexe Technik – Einfach erklärt” befasst sich mit der Software “QLab” der Firma “figure 53”.

Wenn wir bei Musicals Audios oder Videos einspielen, wollen wir das nicht mit dem Windows Media Player tun, da es dort irgendwann schwierig wird, zeitlich genau auf die Musik abgestimmt Reihenfolgen einzuhalten (ganz davon abgesehen, dass wir nicht wollen, dass man Ränder sieht, wie ein Video mit dem Klick auf den Playbutton gestartet wird).
Entsprechend muss eine professionelle Software her, die das für uns übernehmen kann.
Glücklicherweise hat sich der Musikförderverein vor einiger Zeit (nach “Natürlich Blond” drei Lizenzen für die Software QLab gekauft, welche auch in vielen Theatern oder bei anderen Veranstaltungen häufig zu finden ist.

QLab ist im wesentlichen eine Software, die es ermöglicht, Sounds einzuspielen, Videos abzuspielen und gleichzeitig noch andere Geräte wie das Lichtpult zu steuern. Dabei werden alle programmierten Aktionen in eine Zeitleiste gebracht, sodass man nur noch mit einem Go-Button die jeweils nächste Aktion aufrufen muss. Dies ermöglicht es, auch schwierige und schnelle zeitliche Abfolgen von Video, Audio und Licht in Einklang zu bringen und bei jeder Aufführung problemlos wiederzugeben.

Um nicht zu viel zu verraten, nehmen wir ein Beispiel aus dem letzten Teil der Käpt’n Chaos Reihe und nicht aus Whistle down the Wind. Spannend ist es dort allerdings auch, da wir 951 verschiedene Aktionen (“Cues”) in der Datei des Projektes programmiert hatten.

Auf dem Foto ist die Programmierung für Szene 11 zu sehen. Am Anfang stehen zwei Cues für das Licht, welche an das Lichtpult weitergeleitet werden. Danach folgt eine Gruppe für das Video vom Schlosshof. Nach diesem Cue folgen ein eingespieltes Audiocue von Käpt’n Charon mit den Worten “Frag besser nicht!” und ein Audiocue eines Wasserplatschens. Zum Schluss folgt ein Spiel verloren Signal, welches aus einer Kombination aus Lichtcue (alles rot), einem Audiocue (Spiel verloren Sound) und einem Videocue (Video beenden) besteht.
Diese gesamten Aktionen kann der Techniker auslösen, indem er in dieser Szene insgesamt sieben mal die Leertaste drückt. Bei Whistle down the Wind wird es allerdings auch Songs geben, bei denen teilweise in jedem Takt eine oder mehrere Aktionen ausgelöst werden müssen. Teilweise lässt sich das automatisch machen, was aber dann erfordert, dass das Orchester eine feste Geschwindigkeit mithilfe eines Metronoms auf Kopfhörern spielt. Falls das nicht machbar ist, muss es von Hand gedrückt werden, was unser Probenpianist seit Fame macht.