Marijan Engeln – unsere Leiterin der Kostümabteilung – berichtet über die Entstehung des Kostümkonzeptes und die Umsetzung von diesem.

Die mit der Kostümentwicklung verbundene Arbeit begann für „WdtW“ Ende 2018 und damit relativ spät. Erste Ideen waren zwar schon zum Teil vorher vorhanden, ausgearbeitet und konkretisiert wurden diese aber erst zwischen den Jahren. Und die eigentliche Arbeit kommt dann erst auf einen zu: vermitteln von Kostümvorstellungen an alle Mitwirkenden auf der Bühne. In Frage kommende Kleidung muss während den Proben begutachtet und beurteilt werden, neue Vorschläge und Kombinationen müssen ausprobiert und übernommen und fehlende Teile möglichst günstig erworben werden.

Spätestens hier stößt man auf große Probleme: Trotz Rabatte und Sale-Angebote ist beispielsweise ein Ledermantel, da man diese ja auch so häufig in Kleiderschränken vorfindet, nicht für 20 Euro erhältlich und sprengt schlichtweg das Budget. Auch wenn unter den Darstellern reichlich Kleidungsstücke oder Schuhe für Produktionen ausgeliehen werden, wird immer wieder Vieles neu dazu gekauft.

Ca. 35 verschiedene Kostüme, darunter auch die des Kinder- und Jugend- sowie Erwachsenenensembles, sind für „WdtW“ vorgesehen. Vor allem das kreative Potential der Darsteller ist gefragt, wenn sie mit der Kostümbeschreibung „Frauen und Männer mittleren Alters treffen sich in der Dorfdisco. Leider zeugen die Besucher nicht von Geschmack und Stil. Alles nicht sehr passend aufeinander abgestimmt und mit heutigem Modeverständnis ein totaler Fehlgriff.“ konfrontiert werden.

Damit in der Vielzahl der Szenen, Darsteller und Kostüme der Überblick bewahrt wird, wurde eine achtseitige Tabelle erstellt, die klar auflistet, welcher Darsteller in welcher Szene welches Kostüm zu tragen hat. In einem separaten Dokument werden die Kostüme nochmals erläutert und genauer beschrieben.

Hinzu kommen noch weitere 7 Seiten dieses Schemas

Doch wozu betreibt man diesen Aufwand?  Kostüme ermöglichen die Darstellung einer gesellschaftlichen Schicht, einer bestimmten Kultur oder einer zeitlichen Epoche. Dabei unterstützt das Kostüm die Persönlichkeit der Figur und kann aufschlussreich bezüglich des Alters der Figur, der Tages- und Jahreszeiten oder beispielsweise der sozialen Stellung sein. Kostüme tragen also maßgeblich zur Wirkung der Inszenierung bei. Spätestens wenn man die ersten fertigen Kostüme vor sich sieht, weiß man, dass sich der Aufwand definitiv bezahlbar macht.

Brat und ihr Vater in ihren Kostümen. Wenn das nicht vielversprechend aussieht…