Es ist Freitagnachmittag. Während unser Kinderchor fleißig singt, kämpfe ich mich durch die alten Requisiten der vergangenen Produktionen der LLGMC, verschiedener Käptn-Chaos-Teile und Mittelstufenmusicals. Zwischen einem Haufen von Regenschirmen aus „Jekyll & Hyde“ sowie einem pinken Bauchladen aus „Natürlich Blond“ bin ich auf der Suche nach Requisiten, welche für die aktuelle Produktion benutzt werden können. Ich finde es ziemlich erstaunlich, was in den letzten Jahren zusammengekommen ist. 

Die Arbeit mit Requisiten ist schon immer mit einem relativ hohen Aufwand verbunden. Doch warum macht man sich den Aufwand überhaupt? Neben der aufwendigen Beschaffung sind auch die Probleme während den Aufführungen nicht zu unterschätzen. Schließlich müssen die Requisiten zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz auf der Bühne sein. So ist vergessener Futternapf in der Bar-Szene eher unpassend und stört sogar noch zusätzlich beim Tanzen. Dies fordert Aufmerksamkeit von jedem einzelnen Darsteller. 

Kostüme sind irgendwie die “einfachsten” Requisiten

Trotzdem will man nicht auf die Requisiten verzichten, denn sie sind in der Lage eine passende Atmosphäre zu schaffen. So können ganze Orte oder Personen durch wenige Gegenstände charakterisiert werden. Der Zuschauer kann das Geschehen auf der Bühne dadurch oft besser verfolgen. Darüber hinaus bieten sie den Darstellern eine Hilfestellung beim Spielen. So freut man sich zum Beispiel als Ensemblemitglied, wenn man in der Bar-Szene eine Bierflasche in der Hand hält, an der man sich in der Nervosität festhalten kann.

“Ich hab hier eine Muschel…”

Es ist Freitagnachmittag. Nach und nach kommen Säcke und Kisten mit Requisiten an, die Lehrer, Mitglieder des Musikfördervereins, Eltern von Darstellern oder die Darsteller selbst vorbeibringen. An diese hatte wir eine Liste mit fehlenden Kostümen und Requisiten geschickt. Es ist spannend, die einzelnen Tüten auszupacken und zu sichten, was sich in diesen verbirgt. Wir freuen uns über jedes einzelne Teil, denn würde man alle Requisiten neu kaufen, würde das schnell zu teuer. Darüber hinaus können manchen Requisiten gar nicht neu gekauft werden wie zum Beispiel ein altes Radio. Andere Requisiten passen besonders gut in die Atmosphäre des Stückes, da sie älter sind und schon Gebrauchsspuren aufweisen. In diesem Sinne ein großes Dankeschön an alle Spender von Requisiten!

Ein besonderes Schmuckstück: ein Original-Radio aus den 50ern.

In den bisherigen Proben wurden die meisten Requisiten weggelassen, da wir sie schlichtweg noch nicht zur Verfügung hatten. Die Requisiten, mit welchen die Darsteller interagieren mussten, wurden durch ähnliche Gegenstände ersetzt, die wir in der Sammlung finden konnten. So kam es beispielsweise vor, dass eine leere Gummibärchendose plötzlich die Rolle eines Futternapfes übernehmen musste.

Wenn Kinder mitspielen, braucht man Bauklötze.

Es ist Freitagnachmittag. Nur wenige Stunden nach meiner Suche nach den ersten Requisiten können die Darsteller das erste Mal mit den richtigen Requisiten spielen und das ist auch gut so. Denn nun müssen die Requisiten in das Spielen eingebaut werden, was zunächst einmal ungewohnt sein kann und geprobt werden muss. „Halte die Blume bitte nicht vor dein Gesicht.“ sind Worte, die in der heutigen Probe häufiger fallen. In den nächsten Wochen werden wir die Requisiten langsam in alle Szenen einbauen und ich bin gespannt, wie sich diese auf das Gesamtbild auswirken werden.