Autor: Julia Gutschow

Noch 6 Tage – Lichttechnik

Bei einem Musical werden viele verschiedene Arten von Scheinwerfern verwendet. Aber warum ist das so? Wieso reicht es nicht, einen Lichtschalter zu drücken und mit dem Licht zu arbeiten, was standardmäßig in der jeweiligen Aufführungsstätte gegeben ist? Um diese Fragen zu beantworten kommt heute ein weiterer Teil unserer beliebten Serie „Komplexe Technik einfach erklärt“. Um zu gewährleisten, dass dieser Blogbeitrag nicht nur von Lichttechnik-Profis verstanden wird, haben sich einige Lichttechniker mit einer der Öffentlichkeitsbeauftragten zusammengesetzt und versucht, dieser zu vermitteln, was die Unterschiede zwischen den Scheinwerferarten sind. Nach einigen – aus der Perspektive der Lichttechniker vermutlich dummen – Fragen, schrieb diese dann diesen Blogbeitrag.

Das grundlegende Ziel der Lichttechnik ist, dass das Publikum die gesamte Bühne und vor allem die Bewegungen der Darsteller und ihre Emotionen gut erkennen kann, um der Handlung folgen zu können. Diese Aufgabe erfüllen in der Regel konventionelle Scheinwerfer, sogenannte Fresnels. Diese verbrauchen normalerweise sehr viel Strom. Um Strom zu sparen wurden dieses Jahr vermehrt LED-Fresnels eingesetzt. Grundsätzlich gilt, dass für jede Position, die auf der Bühne bespielt werden soll, zwei Lampen eingeplant werden sollten, um Schatten in den Gesichtern der Darsteller zu vermeiden. So kann gewährleistet werden, dass das Publikum die Gesichtsausdrücke der Darsteller optimal sehen kann.

Links befindet sich ein Moving Head, in der Mitte ein Profil- und rechts ein Fresnel-Scheinwerfer.

Genau wie Fresnels werfen auch sogenannte Profiler ausschließlich weißes Licht. Sie werden verwendet, um eine enge Fläche zu beleuchten. Dies eignet sich besonders zur Abgrenzung der Bühne. Man unterscheidet zwischen drei Beleuchtungspositionen. Aufhell-Licht beleuchtet die Darsteller von vorne, während das Gassen-Licht eher seitlich aus den sogenannten Gassen geworfen wird. Bei uns werden diese durch acht Moltonbahnen geschaffen, die auf den Seiten der Bühne befestigt sind. Sie ermöglichen es, dass die Darsteller sich links und rechts auf der Bühne für ihre Auftritte bereitstellen können, ohne vom Publikum gesehen zu werden. Außerdem ist es dadurch möglich, Darsteller nicht nur von hinten, sondern auch von weiter vorne auftreten zu lassen. Das Ziel des Gassenlichts ist es, Konturen auf den Gesichtern der Darsteller zu schaffen und diese dadurch plastischer wirken zu lassen. Die letzte Beleuchtungsposition ist das Spitzlicht. Dieses wird von hinten und oben geworfen. Es betont die Konturen der Darsteller, sorgt für ausdrucksstärkere Bewegungen und unterstützt daher die Dramaturgie.

Hier ist ein PAR-Scheinwerfer zu sehen.

Außer LED-Fresnels verwenden wir auch LED-Fluter und LED-PARs. Während Fresnels ein schönes warm-weiß auf die Bühne werfen, ist das Licht von PARs und Flutern stark kalt-weiß und flächig. Außerdem bieten PARs und Fluter die Möglichkeit mit verschiedenen Farben zu arbeiten. Der Unterschied zwischen PARs (auch „Theaterkanne“ genannt) und Flutern ist, dass PARs meist ein rundes Gehäuse besitzen, das einem kleinen runden Eimer ähnelt, während das Gehäuse von Flutern eher eckig ist. Mit PARs beleuchtet man einen Bereich mit einem vergleichsweise kleineren Radius, während es mithilfe von Flutern möglich ist, einen noch großflächigeren Bereich zu erhellen.

Das ist ein LED-Fluter.

Die letzte Scheinwerfer-Art, die wir euch heute vorstellen wollen, sind die Movingheads. Wie es der Name schon sagt, ist ihre primäre Eigenschaft, dass sie sich bewegen können. Man unterscheidet zwischen zwei Bauarten: „Wash” und „Beam“. „Wash” bezeichnet großes, flächiges, drehbares Licht. Der „Beam” hat einen kleinen Lichtkegel, wodurch eher kleinere Flächen mit schärferen Kanten genau ausgeleuchtet werden können. Durch Mustereinsätze (sogenannte „Gobos“) ist es möglich, das Licht, das durch den Einsatz fällt, in mehrere Strahlen aufzustreuen. Dadurch ist es möglich, die Bühne voller wirken zu lassen, ohne mehr Scheinwerfer und Licht zu benötigen.

Noch 73 Tage – Ich hab doch schon Abitur!

Die normale Schullaufbahn eines Menschen verläuft ungefähr so: Nach dem Kindergarten besucht man eine Grundschule und wechselt nach vier Jahren auf eine weiterführende Schule. Eventuell macht man Abitur und studiert, bevor man schließlich in den Beruf startet.

Viele  Menschen sind froh, die Schule hinter sich zu lassen. Manche blicken gerne in ihre Schulzeit zurück, manche weniger gerne, doch die wenigsten können sich wahrscheinlich vorstellen, wieder in die Schule zu gehen. Manche fürchten sich sogar regelrecht davor. Mein Vater, zum Beispiel, wacht Jahrzehnte nach seinem Schulabschluss immer noch schweißgebadet auf, weil er wieder einmal geträumt hat, dass er sein Abitur wiederholen muss.

Gemeinsames Essen verbindet: Der DXK beim Probenwochenende in Wetzlar

Wie kann es also sein, dass es am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium so viele Ehemalige gibt, die, Jahre nachdem sie ihr Abitur bestanden haben, immer noch in musikalische Projekte involviert sind? Wie kann es sein, dass sich jeden Donnerstagabend eine Gruppe von Menschen in der B-Aula zur Chorprobe zusammenfindet, ein großer Teil davon Ehemalige? Oder dass die Leute aus ganz Deutschland angereist kommen, wenn die Chorleitung plant, eine Geburtstagsüberraschung für unsere musikalische Leitung zu veranstalten?

“Geburtstagsständchen”

Offenbar geht von dieser Schule eine so große Anziehungskraft aus, dass es einigen Schülern einfach nicht möglich ist, mit ihr abzuschließen und sie ihr daher langfristig verbunden bleiben. Auch ich gehöre zu dieser Gruppe Verrückter, die es einfach nicht lassen können, Jahre nach ihren Abiturprüfungen immer noch regelmäßig – oft mehrmals pro Woche – in die Schule zu gehen.

Die Aufnahmen für die Examensarbeit sind geschafft. (Links die Verfasserin des Beitrages)

Meine – und die vieler anderer – langfristige Verbundenheit zu unserer ehemaligen Schule lässt sich nicht nur auf einen Faktor zurückführen. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Elementen.

Dernierenfeier von “Natürlich Blond” – eine große Familie

Der offensichtlichste ist unsere gemeinsame Liebe zur Musik, zum Tanz und zum Schauspiel. Während unserer Schulzeit hatten wir die Möglichkeit, unsere Leidenschaft im Musikfachbereich des Landgraf-Ludwigs-Gymnasium auszuleben, sei es im Unter-, Mittel- oder Oberstufenchor, im Orchester, im Rahmen der Musical-Veranstaltungen, und und und… Wir hatten die Möglichkeit, uns frei zu entfalten und eigene Ideen einzubringen. Der Technik-Bereich wäre wohl kaum so groß geworden, wenn man unseren größenwahnsinnigen Technikbegeisterten nicht so viele Freiheiten gelassen hätte, sich auszuprobieren.

Gemeinsam ins English Theatre – Abijahrgang 2013-2019 auf einem Foto

Eine große Rolle haben dabei wohl auch unsere größenwahnsinnigen Vorbilder gespielt, die den Musikbereich vollkommen reformiert haben und immer noch ein bisschen mehr drauf gelegt haben. Man verweise an dieser Stelle nur auf den “Käpt’n Chaos” Blogbeitrag. Aus der Idee, ein besseres Unterstufenmusical zu schreiben, ist eine ganze Musicalkultur an unserer Schule entstanden. Allein daran merkt man, wie mitreißend der Größenwahnsinn unserer Herren A und B ist. Diese Mentalität wurde natürlich auch an uns (damalige) Schüler übertragen, ganz nach dem Motto “fördern und fordern”, wie es unser musikalischer Leiter zu sagen pflegt. Wenn es im Musikbereich also Tradition ist, immer ein bisschen drauf zu legen, wieso sollte man dann nicht als ehemaliger Schüler auch ein bisschen drauf legen und einfach noch ein bisschen länger dabei bleiben?

Die Herren A und B bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: Weihnachtsbaum schmücken!

Zu guter Letzt wäre es einfach furchtbar schade gewesen, all diese Aktivitäten aufgeben zu müssen. Deshalb ist es umso schöner, dass wir – auch nach unserem Abschluss – noch an diesen großartigen Projekten teilhaben können, die uns schon zu unserer Schulzeit so viel Freude bereitet haben. Es ist auch schön, mehr Verantwortung im Hintergrund übernehmen zu können und damit vielleicht unsere größenwahnsinnigen Ermutiger ein wenig entlasten zu können (auch wenn ihnen dann bestimmt direkt wieder etwas Neues einfällt).

Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich sage, dass unsere alte Schule für uns mittlerweile viel mehr als nur ein Ort ist, an dem wir früher einmal in Klassenzimmern gesessen haben und – mehr oder weniger spannende – Dinge gelernt haben. Stattdessen verbinde ich mit dieser Schule Freundschaften, die sowohl während als auch nach meiner Schulzeit entstanden sind und viele tolle Erinnerungen. Ich bin sehr froh, ein Teil dieser coolen Truppe zu sein!